
Avenue d'Electronique - Le Voyage Mondial
Halle an der Saale ist ja eher für hässliche Plattenbauten als für seine Musikszene bekannt. Doch selbst im tristesten grauen Betondschungel kann man Kreativität nicht einmauern. Das Electro-Pop / EBM- Projekt Avenue d’Electronique ist das beste Beispiel dafür. 2005 von den Produztenten Sylvio Pretsch und Thomas Fraulob gegründet, erscheint nun nach der Trennung des Duos das erste Album “Le Voyage Mondial” unter der alleinigen Führung von Sylvio Pretsch.
Los geht es mit dem Titeltrack “Voyage Mondial”. Sehr eingängiger, poppiger Synthiesound, der ein wenig an 80er Jahre Serien-Intros erinnert. Weiter geht es mit “Rise of the Phoenix”, welches mit seiner etwas düsteren Atmosphäre ein wenig an VNV Nation erinnert und vom sich langsam steigernden, ebenfalls synthiepoppigen “Realize the Change” abgelöst wird. “Infiltration Explained!” zeichnet sich dagegen durch seinen stetigen Wechsel zwischen ruhigen und lebhaften Passagen aus. Bisher hört sich das Album so sehr wie aus einem Guss an, dass man kaum glauben kann, dass die Arbeit daran schon 2008 begonnen hat. “The Mirror” kommt dann schon etwas härter daher, ist allerdings nichts wirklich Besonderes. Das darauf folgende “Unattainable” ist zwar auch eine musikalische Offenbarung, ist aber durch seine ruhig dahinfließende Melodie perfekt für einen Frühlingsspaziergang.
Der EBM kommt dann bei “Seven Oceans” ins Spiel, welches mit dem bisher doch recht ruhigen Grundtenor des Albums bricht und treibende Beats mit fröhlicher Synthie-Pop Melodie verbindet. Noch einen Tick härter geht es dann mit “Escape from Earth” weiter, welches mit über 8 Minuten das längste Stück des Albums ist. Bei “Things from Bad to Worse” kommen zum ersten Mal Vocals – wenn auch nur verzerrt – zum Einsatz. Passt aber ganz gut zu der sonst recht sphärisch gehaltenen Melodie.
Sogar politisch motivierte Songs sind auf dem Album zu finden. “They Were Angels” thematisiert das traurige Schicksal zweier deutscher Studentinnen, die im Juni 2009 bei einem Anschlag im Jemen ums Leben kamen. Die Pressemeldungssamples am Anfang des Stückes sollen darauf aufmerksam machen. Der vorletzte Song, “Wie Fremde im eigenen Land” knüpft daran an und stellt in den Lyrics die Frage nach den Grenzen der Toleranz. Wer jetzt jedoch rechtsgerichtete Parolen erwartet wird positiv überrascht; Pretsch singt lediglich vom Status Quo der deutschen Gesellschaft und prangert im gleichen Atemzug die fehlende Tolenranz der deutschen Kultur gegenüber und die Engstirnigkeit religiös motivierter Fanatiker an. Frei nach dem Motto “When in Rome, do as the Romans do.” Abgerundet wird das Album mit einer etwas härteren Version von “Le Voyage Mondial”.
Fazit: Es ist zwar nichts wirklich neu an EBM oder Future/Synthie-Pop, aber die Verbindung der beiden Elemente hat auf jeden Fall etwas Eigenes. Wer nicht zu viel erwartet und auch vor politischen Themen nicht zurückschreckt, dem wird “Le Voyage Mondial” auf jeden Fall gut gefallen. Eingängige Melodien und ungewöhnliche Arrangements sind auf jeden Fall das Reinhören wert.
Tracklist:
Veröffentlicht:
Bereits erschienen
Anspieltipps:
Voyage Mondial, Wie Fremde im eigenen Land
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Lacrimosa Logo
Zwanzig Jahre gibt es Lacrimosa nun schon, dies ist definitiv ein besonderer Anlass für eine Band. Zum Jubiläum erscheint daher am 7 Mai ein Doppelalbum mit 17 unveröffentlichten Tracks aus 20 Jahren Bandhistorie, inklusive der ersten Demos von 1990 bis zu brandneuen Songs, die Tilo und Anne derzeit im Studio aufnehmen. Man darf also gespannt sein. Selbstverständlich werden wir dieses Album auch für euch unter die Lupe nehmen.
Weitere Infos gibt es auf der offiziellen Bandseite www.lacrimosa.ch

De/Vision Popgefahr
Nach fast drei Jahren langem Wartens veröffentlichen De/Vision unter eigenem Label ihr neues Album Popgefahr unter dem frisch gegründeten eigenen Label “Popgefahr Records”. Einen Einblick in das ersehnte Album können Fans jedoch bereits nehmen – mit der online erhältlichen Single “Rage”! Im Hinblick auf die anstehende Tour darf man sich auf das Album freuen – die Sammlung harmonischer Synthpop-Klänge der feinsten Sorte ist bereits jetzt, auch als Fanedition – vorbestellbar. Das Warten hat sich gelohnt!
Der erste Song mANDROIDS begeistert bereits durch die Kunst der harmonischen Klänge, es fehlt einfach an nichts. Bereits hier steht fest: Sie können es nicht nur noch immer, sie werden auch noch immer besser! De/Vision enttäuschen meine Hoffnungen in keinster Weise. Auch der zweite Track “Rage” lässt keine Wünsche offen und überrascht mit eher rauen Klängen, die gefolgt von dem ruhigeren und melodischeren “What´s love all about” ins Ohr gehen – und dort bleiben! Rage ist definitiv einer meiner Favoriten und bestens geeignet als Single Auskopplung – lasst Euch das nicht entgehen! Die Rhythmen werden Euch sicherlich einige Zeit verfolgen, solange der klare und gekonnte Gesang von Steffen euch Gelegenheit zu Gedanken an anderes erlauben! Auch “Time to be alive” lässt erkennen, dass hier Musiker am Werk sind, die nicht nur schon 22 Jahre erfolgreich Synth-Pop produzieren, sondern auch musikalische Meisterleistungen hervorbringen. Ruhige Phasen wechseln sich ab mit mehr als tanzbaren Klängen in brillanter Athmosphäre. Auch die weiteren Songs des Albums halten diese aufrecht und begeistern unter anderem durch die teils sehr emotionalen Lyrics und die typischen De/Vision Klänge. Insbesondere “Ready to die” ist wieder ein sehr energiegeladener Song, während “Until the end of time” das Album mit einem sehr schönen, träumerischen und ruhigen Song beendet.
Fazit: Vorbestellen! Das Album beinhaltet sowohl bekannt anmutende, traditionelle Klänge wie auch neue, harmonische, sowohl ruhige als auch tanzbare Sounds, die die Herzen der Fans und der liebhaber des Synthpops höher schlagen lassen. Faszinierend, wie qualitativ hochwertig und mitreißend auch dieses Album ist, zumal sich mit dem eigenen Label sicherlich ganz neue Herausforderungen geboten haben. Unsere und vielleicht auch Eure Fragen hierzu werdet ihr im Rahmen eines Interviews bald zu lesen bekommen. Ich freue mich jedoch zunächst auf die Tour!
Trackliste:

WGT
Vom 21. bis 24. Mai 2010 ist es wieder soweit: Das jährliche Wave-Gotik-Treffen findet in Leipzig statt. Auch dieses Jahr wird wieder eine hochkarätige Auswahl verschiedenster Musikrichtungen und anderer Darbietungen der schwarzen Szene zusammentreffen – zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits 108 Künstler und Künstlerinnen bestätigt worden.
Es geben sich dieses Jahr folgende Künstler die Ehre:
Alcest (F) – Alight (I) – Andrew Liles (GB) – Arcana (S) – Ashes You Leave (HR) – Attrition (GB) – Auto Auto (S) – Beloved Enemy (D) – Bettina Köster (D) – Big Boy (USA) – Biomekkanik (S) – Bloody, Dead & Sexy (D) – Brigitte Handley & The Dark Shadows (AUS) – Bury Me Deep (D) – Caspian (USA) – Catastrophe Ballet (D) – Chameleonsvox (GB) – Christ Vs. Warhol mit Eve Ghost (USA) – Cinderella Effect (D) – Cobra Killer (D) – Colin Potter (GB) – Conjure One (USA) – Decadence (GR) Weltpremiere – Demented Are Go (GB) – Der Fluch (D) – Diary Of Dreams (D) – Dr. Mark Benecke (D) – Eisheilig (D) – Elegant Machinery (S) – Endless (D) Wiedervereinigung – Escape With Romeo (D) – Faith & The Muse (USA) – Flint Glass (F) – Gene Loves Jezebel (GB) – Geneviéve Pasquier (D) – Genitorturers (USA) – Ghoultown (USA) – Gitane Demone (USA) – Hide & Seek (F) – HTRK (GB) – Indukti (PL) – Jabberwock (F) – Jarboe (USA) – Joe Black (GB) – Joy/Disaster (F) – Kiew (D) – Koffin Kats (USA) – Kommunity FK (USA) – Lacrimosa (D) – Lealoo (CZ) – Liquid Divine (D) – Loell Duinn (HR) – Lola Angst (D) – Long Distance Calling (D) – Luxury Stranger (GB) – Lyronian (D) – Madre Del Vizio (D) – Modulate (GB) – Mona Mur & EN Esch (D/GB) – Mono No Aware (D) – Moonspell (P) – MS Gentur (D) – Nahemah (E) – Noyce TM (D) – Oberer Totpunkt (D) – Omega Lithium (HR) – Orange Sector (D) – Orgonautic (D) – Phallus Dei (D) – Poisonblack (FIN) – Punish Yourself (F) – Rabia Sorda (MEX) – Raum41 (D) – Rawkfist (D) – Reaktivate (D) – Revolution By Night (GB) – Richard Ruin & Les Demoniaques (D) – Rotersand (D) – S.I.T.D. (D) – S.P.O.C.K (S) – Samsas Traum (D) – Schallfaktor (D) – Schneewittchen (D) – Seventh Harmonic (S/GB) – Sex Gang Children (GB) – Slave Republic (D) – Sol Invictus (GB) – The Brains (CDN) – The Crystelles (USA) – The Deep Eynde (USA) – The Essence (NL) – The Klinik (B) – The Lovecrave (I) – The PCP Principle (GB) – The Pussybats (D) – The Sun And The Moon (GB) – The Vision Bleak (D) – The Wounded (NL) – This Morn’ Omina (B) – Trial (D) – Twisted Nerve (GB) – Valravn (DK) – Vigilante (RCH) – Violet (D) – Welle:Erdball (D) – X Marks The Pedwalk (D) Exklusive Wiedervereinigung – Zeraphine (D) – Zwielicht (D)
Die Karten für das 4-tägige Festival sowie auch die Obsorge-Karten sind bereichts online erhältlich.
Quelle: www.wave-gotik-treffen.de
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Welle: Erdball
Welle: Erdball, die bekannteste Minimal/New-Wave-Band… ähem… Sender unserer Zeit, definiert, ihrem Konzept entsprechend, den Begriff “Konzeptalbum” neu. “Operation: Zeitsturm”, das am 16.4. erscheinende neue Album… ähm… neue Sendung des Senders, ist nicht nur ein Album – Zum Album dazu gehört auch ein Kinofilm, zu dem das Album, das auch für sich allein stehen könnte, den Soundtrack liefert. Dass der Commodore C=64 in diesem Film eine Rolle spielen wird, ist so gut wie sicher.
Im Film sollen außer dem gefeierten Pionier der Spielkonsolen und PCs “renommierte Schauspieler” zu sehen sein (weitere Informationen gibt es noch nicht) und soll eine Thematik zwischen “Indiana Jones” und “Zurück in die Zukunft” behandeln. Ab März wird man mit Film und Musik touren – Das sollte man nicht verpassen, Welle: Erdball-Shows sind jedes Mal etwas besonderes.
DVD:
Film
CD-Tracklist:

Eisbrecher - Eiszeit (Single)
Die ersten Sonnenstrahlen kündigen bereits den Frühling an, doch uns droht bereits ein erneuter Klimawandel! Die Münchener Band Eisbrecher kündigt uns eine neue „Eiszeit“ an. „Wir leben in einer ständig kälter werdenden Welt, und das trotz Erderwärmung und Polkappenschwund”, sagt Frontmann Alexx. “Die Menschen werden kälter. Unser Herz ist ein Gefrierschrank und unser Dasein ein kalter Hauch. Zeit, den Eisbrecher vom Stapel zu lassen.” Los geht es am 19.03. mit der gleichnamigen Singleauskopplung des am 16.04. erscheinenden Albums „Eiszeit“. Ob man sich jetzt warm anziehen muss, zeigt ein erster Temperaturcheck, denn ich durfte mir die neue Single bereits vorab anhören!
Die Single wird 2 Tracks beinhalten. Neben der „Eiszeit“ gibt es noch einen [-SITD-] - Remix des Songs „Segne Deinen Schmerz“ auf die Ohren.
„Eiszeit“ ist ein unverkennbarer Eisbrecher-Song. Er wird getragen von harten Gitarren, elektronischen Klängen, Alexx’ dunkler Stimme und melancholischer Stimmung. Auch wenn er sich in ruhigerem Fahrwasser bewegt, strotzt er trotzdem vor Energie. Alexx’ typischer Sprechgesang macht schnell klar, dass es sich bei der drohenden „Eiszeit“ nicht unbedingt um ein Wetterphänomen handelt, sondern dass es in den Texten vielmehr um eine innere Kälte geht. „Die Kälte zieht in alle Knochen und die Glieder werden schwer. Sie haben mir mein Herz gebrochen. Es schlägt, doch es lebt nicht mehr…“
Der gesungene Refrain setzt sich nach mehrmaligem Hören schnell fest und entwickelt sich zu einem Ohrwurm, den man nur schwer wieder los wird. „Oh Eiszeit, mit dir werd ich untergehen und nie wieder auferstehen“.
Der [-SITD-] – Remix des Songs „Segne Deinen Schmerz“ ist eindeutig Geschmackssache und hat, bis auf den Text, nicht sehr viel mit Eisbrecher zu tun. Es ist ein rein elektronischer Song mit einem ruhigen und eintönigen Beat, es gibt wenig Melodie, die Gitarren wurden komplett weggelassen und Alexx’ Stimme wird größtenteils leicht verzerrt. Ich bin auf die Originalversion auf dem Album gespannt und werde mir erst nach dem Vergleich ein Urteil erlauben.
Fazit: „Eiszeit“ gefällt mir schon mal sehr gut, macht definitiv Lust auf mehr, und ich bin sehr auf das Album gespannt! Wer keinen Kälteschock erleiden möchte, dem empfehle ich, sich gut vorzubereiten, die schwarzen Klamotten für kältere Konzerttage rauszusuchen und sich Tickets für die anstehenden Shows zu sichern. Und wer nicht auf meine Unwetterprognose hören möchte: Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt, denn es wird kalt! ![]()
Trackliste:
1. Eiszeit
2. Segne Deinen Schmerz [-SITD-] – Remix
Erscheinungstermin:
19.03.2010
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Murnau's Playhouse - Demo 2008
Bereits 2008 machten Murnau’s Playhouse auf sich aufmerksam mit hier vorliegendem Demo. Die jungen Finnen, die sich nach dem expressionistischen Filmemacher Friedrich Murnau benannten, sorgten damals für Furore im kleinen, aber feinen Kreis der Old School-Goth-Freaks. Natürlich beeinflusst von den großen alten Helden wie Killing Joke, Bauhaus, The Cult und Siouxsie and The Banshees spielten die Finnen ihr Demo ein, jedoch muss ein Name, der Murnau’s Playhouse wohl deutlicher geprägt hat, dringend erwähnt werden: Corpus Delicti.
Die leider fast vergessenen Franzosen sind gerade stimmlich und von der Gitarrenarbeit her ein Ansatzpunkt, um die für das junge Alter bereits sehr reif und erfahren klingende Band in die Nähe einer Referenz zu rücken. Natürlich lieferten auch Corpus Delicti im Endeffekt nichts neues, wer tut das
schon, aber die Parallellen sind eher vorhanden als zu anderen Bands. Das Material ist eingängig, tanzbar und eigentlich sollten gerade “Showreel” und “White Noise White Light”, mit dem 2008 auch ein Talentwettbewerb gewonnen wurde, bereits Tanzflächenfüller in DEINEM Lieblingsclub sein.
Allerdings mache ich mir bei dermaßen überzeugenden 4 Songs, wie Murnau’s Playhouse sie auf das Demo packten, nicht einmal den Hauch einer Sorge, dass die Band, auch, wenn es für großartige Oldschool-Bands eher schwierig ist, in der Szene groß Fuß fassen wird. Während zweifelsfrei großartige Bands wie Zadera oder Tragic Black oder auch Vendemmian derzeit zumindest nie über den Status einer Kulttruppe für Freaks mit seltsamer, irgendwie untechnoider Musik herauskommen werden, drücke ich den Finnen alle Daumen.
Wer immer noch also denkt, der Goth-Untergrund ist tot, der irrt sich. Und wer noch immer denkt, Goth sei weinerliche Musik für Menschen mit Faible für kitschige deutschsprachige Texte, der hat die Gelegenheit, sich eines besseren belehren zu lassen, indem er einfach mal bei Murnau’s Playhouse reinhört und sich ein Bild davon macht, wie echter Qualitäts-Goth Rock eigentlich seit gut 1980 auszusehen hat. “Sanity Show”, das ebenfalls bald hier rezensierte Debüt der Band, ist ebenfalls seit kurzem erhältlich und, soviel verrate ich schon mal, ebenso empfehlenswert.
Tracklist:
Anspieltipps:
- Showreel
- White Noise White Light

Simple Existenz - Das Leben vor dem Tod
Die Wege, die wir beschreiten können vielfältig sein. Am besten geht man jedoch abseits der Wege um Spuren zu hinterlassen. Das hat Zorn, von 1993 bis zum Split 2002 Gitarrist und Bassist Deutschlands wichtigster Black Metal Band Nagelfar, bereits zur Genüge getan. Doch jetzt kehrt er zurück mit einem unglaublichen Solo-Album, welches in der Form einzigartig ist. Simple Existenz hinterlässt sehr tiefe Spuren und “Das Leben vor dem Tod” reiht sich herausragend in sämtliche Post-Nagelfar-Projekte ein.
Zweifellos wird es sicher etliche Kritiker geben, die mit dem Weg Zorns wenig anfangen können. So konnte man im Vorfeld schon Vergleiche hören, welche sich in Richtung populärer deutscher Rock-Musik bewegen, doch wenn man “Das Leben vor dem Tod” allein für sich betrachetet, kann keiner der Vergleiche auch nur ansatzweise stand halten.
Was ist denn nun Simple Existenz, was darf man sich darunter vorstellen, denn das ungewöhnliche Cover lässt einen schon vermuten, dass auch Zorn nicht wirklich zur Nagelfar-Vergangenheit zurückkehren wird. Doch allein dieses Cover sagt schon so viel über die Musik aus, denn man hat tatsächlich das Gefühl einem einsamen, langsam in Weißheit alternden Cowboy zuzuhören, der sich nur wenig um das kümmert, was denn Szene-konform wäre. Quasi eine erwachsene, realistische und vor allem individuelle Haltung, in mitten gleicher und ähnlicher Betrachtungsweisen. Und mit drei Schlagwörtern belegt, könnte man “Das Leben vor dem Tod” eben als individuell, nostalgisch und authentisch bezeichnen. Denn die Geschichten in den acht Songs sind Dinge, die zum einen persönlicher Natur erscheinen, jedoch auch jedem von uns bekannt sind. Somit erlebt man mehrere Handlungsebenen, die eigene gedankliche Sicht und die autobiographische Zorns, und das wirkt verdammt glaubwürdig und erfrischend.
Man erfährt, dass der Protagonist über Selbstmord nachdachte, sicher aber dessen Absurdität bewusst wurde. Man erlebt den Kampf gegen Herausforderungen und die dadurch gewonnene Erfahrung, es geht um Sex und Macht, um wahre Helden, Selbstbewusstsein und um verborgene Kräfte. Man hat den Eindruck, dass Simple Existenz die gewonnene Lebensfreude und den inneren Frieden Zorns symbolisiert, ohne diesen in Oberlehrer hafter Manier dem Hörer aufdrücken zu wollen. Glücklich sein kann man nur durch eigene Arbeit, wer sich Feinde macht, gewinnt, wichtig ist das eigene Ich, wichtig ist zu leben!
Verpackt wurden die Worte in acht wundervolle Songs, welche man einfach als Metal bezeichnen sollte, denn die stilistische Vielfalt der Stücke lässt eigentlich kaum etwas aus. So gibt es reichlich Nagelfar-Zitate, die zumindest mich in höchste Verzückung versetzen. Stimmlich wird auf Vielfalt gesetzt, zwischen cleanem und kräftigen Gesang, gibt es seltene heftige Ausbrüche, stets an der richtigen Stelle. Manchmal schleppend, manchmal rockig, selten Schwarzmetallisch. Und mit “Helden dieser Welt” erhält man die Hymne, welche einem heutzutage (ohne Vergleiche anzustellen) bei Manowar total abgeht. Dank einfacher Mittel und Mitsingtauglichkeit wird der Song sicherlich ein absoluter Live-Reißer werden. Und genau so wirken die Songs auch, wie für die Bühne gemacht, einfach schnörkelloser Metal der zwischen Tradition und Moderne eine einzigartige Brücke schlägt.
Im letzten Stück “Schaben” darf man auch noch eine großartige Überraschung erleben, denn Jander, der Sänger von Nagelfars ersten Alben hat hier nicht nur den Text geschrieben, sondern diesen stimmlich noch veredelt. Und ja, es ist einfach so geil wie früher auf “Hühnengrab im Herbst“. Ein perfekter Abschluss für ein Album, welches ich kaum noch aus dem Player nehmen möchte, denn ausnahmslos jedes Stück bleibt hängen, ist eingängig und setzt sich im Gehör fest. Die tolle Produktion, die genügend Kraft und Roheit besitzt wirkt nicht allzu poliert, was dem Material noch eine Spur mehr Authenzität verleiht.
Fazit: Was soll ich sagen, Simple Existenz ist mit “Das Leben vor dem Tod” der Große Wurf gelungen. In jeglicher Hinsicht ein perfektes Album, welches mit der Zeit nur noch mehr wächst. Auch wenn sicherlich noch viel Platz nach oben ist (denn ich traue Zorn noch so viel mehr zu!), kann ich nicht anders als dem Album die Punktezahl zu geben, die es absolut verdient. Es ist großartig einfach mal wieder Ehrlichkeit und Authenzität zu erleben, denn das geht mittlerweile vielen einfach ab, die nur auf Wacken und dem schnellen Geld aus sind.
Trackliste:
Anspieltipps:
Einfach alles, aber zum Einstieg am besten “Der See”
Erscheinungstermin:
12. März 2010
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Freitod - Nebel der Erinnerungen
Wie oft und intensiv kann man Hoffnungslosigkeit, Todessehnsucht und den emotionalen Abgrund heutzutage eigentlich noch vertonen, ohne, dass es belanglos oder langweilig wird? Das Nürnberger Duo Freitod versucht sich auf seinem Debut-Album “Nebel der Erinnerungen” wie schon viele vor ihnen genau dieser Themen anzunehmen. Nur leider braucht das Album, welches über den Aachener Van erscheint, ein Stück bis man sich der melancholischen Atmosphäre wirklich völlig hingeben kann. Denn etwas neues oder aufregend anderes machen Freitod dabei nicht, überzeugen aber mit in diesem Sektor oft schwer anzutreffender technischer Qualität und einem anständigen Songwriting jenseits quälender Einriff-Undynamik.
Was gleich zu Beginn positiv auffällt ist der herrlich leere cleane Gesang, welcher dem Material besser zu Gesicht steht, als die relativ gleichförmige und wenig akzentuierte Kreischerei der Franken. Auch sonst gibt es kaum Anhaltspunkte, die Freitod zu einem Muss im depressiven Black Metal machen. Klar stecken Drumming und Riffing locker die allermeisten Bands aus dem Genre in die Tasche, was aber allem voran daran liegt, dass der Großteil der fuhrwerkenden Bands stellenweise erschreckend schlecht ist. Positiv fällt auf, dass Freitod es tatsächlich schaffen, ihre Songs nicht ausufern zu lassen, zwischen vier und neun Minuten ist im erträglichen Bereich, hat man von anderen auch schon anders gehört. Vergleichen könnte man den “Nebel der Erinnerungen” vielleicht mit der Totalselfhatred-Scheibe, so gehen auch Freitod eher schleppend zu Werke, hacken vereinzelt mit Blastbeats durch die Botanik, bleiben aber eher bodenständig. So manche Riffs sind aber alles andere als neu, gerade bei “Eine endlose Niederlage” kommt einem das große Gähnen, kein Vergleich zum abwechslungsreichen Opener “Ein neuer Tag“. Schade eigentlich, weil der Einstieg wirklich mehr verspricht als das ganze Album halten kann. Gerade der Schluss-Song “Abwärts” schafft wieder eine hypnotische Stimmung und setzt mit dem tollen cleanen Gesang wieder Akzente. Daran sollten sich Freitod bei ihrem nächsten Album auf jeden Fall halten, denn das ist ihre große Stärke.
Märzt man die Schwächen (oft gehörte Riffs, wenig Abwechslung, inhaltlicher Einheitsbrei) beim nächsten Mal aus, bleiben die wirklichen Stärken (cleaner Gesang, hypnotische Atmosphäre, technisches Können) klar vorne. Ein bisschen mehr Abwechslung im Songwriting und mehr eigene Ideen könnten den Franken nicht schaden. So bleibt der “Nebel der Erinnerungen” leider nur oberes Mittelmaß, für Freunde des depressiven Black Metals aber auf jeden Fall hörenswert.
Trackliste:
Anspieltipps:
Ein neuer Tag, Abwärts
Erscheinungstermin:
12. März 2010
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Equilibrium
Equilibrium haben in Robse ( dem einen oder anderen von der Band Vrankenvorde bekannt) ihren neuen Sänger gefunden. Wer den neuen Drummer mimen wird, ist noch nicht raus, soll aber in Kürze bekannt gegeben werden.
Hier noch ein Statement der Band und des neuen Sängers:
Bandkopf René Berthiaume:
„Wir kennen Robse schon seit einigen Jahren und für uns war es eine ganz logische Entscheidung, dass er der neue Sänger von EQUILIBRIUM wird. Die Aufnahmen sind bereits im Gange und mit seiner geilen Stimme haben wir ganz neue Möglichkeiten für das neue Album! Die Stimmung in der Band ist fantastisch und wir können es kaum erwarten, mit Robse auf die Bühne zu steigen!“
Robse fügt hinzu:
„Ich bin ordentlich stolz und dankbar, nun ein Teil der EQUILIBRIUM-Familie zu sein!
René hatte mich vor zwei Jahren ja schon mal gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei einem anderen Projekt von ihm mitzusingen. Von daher war ein guter Draht schon vorhanden. Aber dass ich nun bei seiner Hauptband singen darf, ist einfach nur fett! Die Jungs und das Mädel haben mich so herzlich empfangen, ich freu mich einfach riesig auf alles was nun kommt!”
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